Feuerwehr Dingelbe (Feuerwehr Dingelbe goes Nederland)

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Feuerwehr Dingelbe goes Nederland



Am Freitag, den 03.10.2008 um 04:00 Uhr trafen sich 12 unserer Kameraden mit Frauen, Freundinnen und Kindern am Feuerwehrgerätehaus, um für drei Tage die niederländische Nordseeinsel „Ameland" zu erkunden. Nach einer ca. 5 stündigen Autofahrt erreichten wir den Schiffsanleger der Fähre nach Ameland. Die Fahrzeuge wurden bis auf das von Stefan, welches als Gepäckfahrzeug diente, auf dem Festland zurück gelassen.
Die Überfahrt vom Festland nach Ameland dauerte 45 Minuten. Bereits hier wurde die Kameradschaft gepflegt. Auf Ameland angekommen, wurden die für uns bereit gestellten Fahrräder, Tandems und Kinderfahrräder in Empfang genommen, um das für uns angemietete Lager in Buren zu erreichen. Zu diesem Zeitpunkt war das Wetter noch regenfrei, dieses sollte sich jedoch während unseres Aufenthaltes noch erheblich ändern. Nach ca. 2-3 km Fahrradweg erreichten wir unser Lager, eine umgebaute Scheune mit 2 Mehrbettsälen (je ca. 20) im oberen Bereich der Scheune, welche von den Kindern sofort mit Beschlag belegt wurden, und mehreren 5-8 Bettzimmern im unteren Bereich (für die „ältere Generation zwischen 17 und 45. Im unteren Bereich befanden sich auch die Küche sowie der große Aufenthalts- zgl. Speiseraum, sowie die WCs und Duschen.
Nachdem die Zimmer bezogen waren, erkundete die Masse der Mitgereisten die Insel per Fahrrad oder zu Fuß.
Stefan und Henning kümmerten sich um die noch einzukaufende Verpflegung und Andrea Steinke nahm die Küche in Augenschein.
Am Abend traf man sich wieder zum Grillen, Spielen und natürlich zur Kameradschafts-pflege.
Der erste Tag endete gegen 23:30 Uhr, da wir nun schon 20 Stunden auf den Beinen war und selbst bei den Youngstern die Kondition merklich nachließ- außer bei Jakob.
Am nächsten Tag bestieg die Gruppe, nach einem sehr ausgedehnten, langen Frühstück, erneut die Fahrräder, um die Inselfeuerwehr in Nes zu besichtigen. Bereits auf dem Hinweg mussten wir zwischenzeitlich unter einigen Bäumen halten, da es anfing stark zu regnen. Da es nach ca. 15 Minuten jedoch nicht aufhörte, entschlossen wir uns den Weg zur Brandweer im Regen fortzusetzen. Der Regen hörte dann aber auf, als wir total durchnässt am Feuerwehrgerätehaus der Inselbrandweer ankamen. Der Wehrführer der Brandweer erklärte bereitwillig und verständlich in sehr gutem Deutsch die beiden Einsatzfahrzeuge des Stützpunktes und die Gliederung der Inselbrandweer. Es gibt noch einen weiteren Stützpunkt im Westteil der Insel. Personell besteht die Brandweer Ameland aus 25 Kameraden, die freiwillig ihren Dienst verrichten. Die Ausrüstung ist auch nur für 25 Kameraden vorhältig. Über 25 Kameraden hinausgehende Interessenten werden auf einer Warteliste geführt.
Eines der beiden Feuerwehreinsatzfahrzeuge, welche beide von der Firma Ziegler hergestellt wurden, verfügt über einen 4000 Liter Wassertank, das andere noch über einen 3000 Liter Wassertank und reichlich Schaummittel. Das zweite Fahrzeug wurde von der Betreiberfirma der vor Ameland errichteten Ölbohrinsel angeschafft, um bei Schadenseintritt schnelle Hilfe in kurzer Distanz vor Ort zu haben. Laut Aussage des Wehrführers kann die Brandweer bei Niedrigwasser mit diesem Fahrzeug bis zur Ölbohrinsel vorrücken. Beide Fahrzeuge werden mit einer Staffelbesatzung besetzt. Ein bereitgestellter Mannschaftsbus ermöglicht den nach Ausrücken der Fahrzeuge ankommenden Kameraden ein Nachrücken zum Schadensereignis.
Weiterhin befanden sich im Feuerwehrgerätehaus noch 4 Feuerwehranhänger mit Material, u. a. eine Salzwasserpumpe.
Mit den vorhältigen 7000 Liter Wasser auf den Einsatzfahrzeugen kann man ca. 1,5 Stunden arbeiten. Während dieser Zeit wird, bei Großlagen, ein Tankanhänger einer privaten Firma mit 33.000 Liter Wasser gefüllt und zum Schadensort geführt. Eigens für diesen Anhänger liegt auf einem Einsatzfahrzeug ein angefertigtes Verbindungsstück zum Verbinden von TLF und Anhänger bereit.
Sollte bei einem Großschadensereignis Personal und Material nicht ausreichen, so wird vom Festland aus Hilfe angefordert. Die Fähre zwischen Festland und Insel, die per Funk mit der Leitstelle der Brandweer auf dem Festland verbunden ist, fährt, egal welche Position sie gerade hat, sofort zum Festland zurück, um Feuerwehrpersonal und Material vom Festland zur Insel zu bringen.
Zur Rescue - Gruppe auf Ameland gehören weiterhin noch ein geländegängiger RTW, sowie ein LKW, welchen sie auf der Insel „das Monster" nennen. Dieses Fahrzeug ist in der Lage, aufgrund seiner Stärke und Geländegängigkeit, im Sand festgefahrene LKW (der Rettungskräfte) freizuziehen. Einmal jährlich führt die Brandweer Ameland für die Fahrer der Einsatzfahrzeuge ein Fahrtraining durch, um die Grenzen der Fahrzeuge kennen zu lernen. Der Gedanke dahinter ist, dass man sich lieber im Training einmal verschätzen sollte, als im Einsatzfall.
Nachdem wir unseren Kameraden Hans Leo von dem Einsatzfahrzeug lösen konnten, fuhren wir ins Lager zurück, sodass jeder den Nachmittag zur freien Verfügung hatte. Selbstverständlich verbrachte die Masse der Gruppe den Nachmittag mit Erkunden der Insel oder Spatzieren gehen am Strand. Thorben, Annika und Felix ließen einen mitgebrachten Drachen steigen und einige Kameraden ergaben sich wieder in das Schicksal der Kameradschaftspflege
Abends wurde wieder gespielt. Das Wurmspiel und die Schokohexe, mitgebracht von Christian, waren bei den Jungen, wie bei den Lebensälteren der Renner.
Dieser letzte Abend endete sehr viel später als der vorherige, denn einige Kameraden und Ehefrauen wollten sich von der Nordsee persönlich verabschieden und so suchte man Nachts um 24:00 Uhr noch einmal den Strand auf.
Zu diesem Zeitpunkt konnte man allerdings nicht mehr von Wind reden, sondern musste bereits über einen Sturm nachdenken und auch der Himmel hatte mittlerweile seine Schleusen geöffnet. Es goss wie aus Kübeln. Dieser Wolkenbruch sollte sich bis zu unserer Abreise hinziehen.
Am Sonntagmorgen wurde, nach wiederum einem sehr ausgedehnten Frühstück, die Zimmer geräumt, das Lager gereinigt und das Gepäckfahrzeug beladen. -Es goss immer noch, sodass man nach dem Beladen bereits die Klamotten wechseln musste.
Anders als bei der Anreise wurde, aufgrund des Regens, nicht mit dem Fahrrad zum Strand gefahren, sondern mit einigen Taxen. Die Taxifahrer werden vermutlich nach dieser Fahrt nicht mehr arbeiten müssen, denn bei 3,00 € pro Person für 2-3 km, bei 26 Personen, haben sie sich sicherlich einen Geldspeicher bauen müssen - aber wir waren wenigstens trocken.
Die Überfahrt verlief ohne nennenswerte Vorkommnisse, wohl auch, weil der Wind nachgelassen hatte und sich die See beruhigte.
Zusammengefasst kann man sagen, dass es eine klasse Fahrt war und jeder, der nicht teilnehmen wollte oder konnte sagen muss: „Mensch, ich hab echt was verpasst".
Aber evtl. treffen sich im nächsten Jahr wieder einige Kameraden mit Frauen und Kindern um 04:00 Uhr morgen am Gerätehaus und nehmen die 5 - stündige Autofahrt bis zum Anleger der Fähre auf sich……………….



 
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